31.08.2023

Erstes FAS in der Schweiz

Präzise Starkregen Frühalarmierung durch KI-basierte Überflutungswarnung in Kandersteg

Der 56 m tiefe Oeschinensee oberhalb von Kandersteg

Der 56 m tiefe Oeschinensee liegt oberhalb von Kandersteg.

In der Schweiz hat sich die Hochwasserfrüherkennung durch den Einsatz künstlicher Intelligenz (KI) und innovativer Sensortechnologie entscheidend weiterentwickelt. Angesichts der schnell ansteigenden Gefahr von Gewässerüberflutungen bei heftigen Gewittern werden Sensoren eingesetzt, um Niederschlags- und Wasserstanddaten in Echtzeit zu sammeln. Auf Grundlage dieser Informationen berechnen KI-Modelle die Wahrscheinlichkeit von Überflutungen. Diese frühzeitige Warnung ermöglicht Einsatzkräften eine Vorlaufzeit von bis zu 90 Minuten, um rechtzeitig Maßnahmen zu ergreifen und somit Schäden zu minimieren.

Angesichts der besonderen Topografie der Schweiz, wo Gebirgsbäche und Flüsse bei Gewittern rasch ansteigen können, bringt dieses fortschrittliche Frühwarnsystem enorme Vorteile mit sich. Heinz Künzi, Feuerwehrkommandant von Kandersteg, betont die Bedeutung einer rechtzeitigen Warnung: "Im Ernstfall ist jede gewonnene Minute ein Geschenk." Die Sensoren und das System werden kontinuierlich angepasst, um optimale Ergebnisse zu erzielen.

Das Schweizer Hochwasserfrüherkennungssystem ermöglicht nicht nur den Einsatzkräften eine bessere Vorbereitung auf Naturkatastrophen, sondern eröffnet auch Möglichkeiten für die Einbindung der Bevölkerung. Durch interaktive Warnungen per SMS oder App können Privatpersonen frühzeitig informiert werden und Schutzmaßnahmen ergreifen. Dies entlastet die Feuerwehr und trägt zur Schadensminderung bei.

Am Oeschinensee in der Gemeinde Kandersteg montierter Niederschlagssensor (HDC)
Am Oeschinensee in der Gemeinde Kandersteg montierter Niederschlagssensor (HDC).

Die Notwendigkeit einer effektiven Hochwasserfrüherkennung wird durch den Klimawandel und die zunehmende Häufigkeit von Starkniederschlägen und Überflutungen noch akuter. Anton Poschung von Swisscom Broadcast betont: "Der Klimawandel hat die Lage verschärft und wir müssen lernen, mit den Konsequenzen umzugehen." In diesem Kontext spielt die KI-basierte Überflutungswarnung eine bedeutende Rolle bei der Anpassung an die neuen Realitäten.

Die Schweizer Hochwasserfrüherkennungstechnologie wird in Zusammenarbeit mit Swisscom Broadcast und dem Technologiepartner SPEKTER entwickelt. Diese Lösung, die auf Meteo Schweiz-Prognosen und lokalen Sensordaten basiert, analysiert Starkregen- und Pegeldaten mithilfe moderner Algorithmen. Im Fall einer drohenden Überlastung der Gewässer löst das System Alarme aus, die über verschiedene Kanäle wie App, SMS, E-Mail oder Sprachanruf an die zuständigen Behörden weitergeleitet werden. Das System eignet sich besonders für Gebiete mit kleineren Einzugsgebieten und ergänzt bestehende Mess- und Warnsysteme für größere Fließgewässer.

Ein Webinar zum Thema ist für den 20. September 2023 geplant, um die Funktionsweise und den Nutzen dieser innovativen Hochwasserfrüherkennungslösung weiter zu erläutern.

Zum vollen Beitrag:
Überflutungswarnung: Bereit, wenn die Flut kommt - safety-security.ch